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genau untersuchte, nicht einmal in Prosa geduldet werdensollten. Wenn man diese Wörter wegnimmt, so ist dieSprache dadurch zwar noch nicht arm geworden; aber eswürde doch gut scyn, jenen sehr entbehrlichen Ueberflnß durcheinen wahren Reichthum zu ersetzen. Ich meine gar nicht,daß sich jeder, dem es nur einfällt, in diese Ersetzung mischensolle. Selbst die wenigen guten Skribenten sollten es mitder behutsamsten Sorgfalt und Beurtheilung thun. Auf diefeurige Stunde der Ausarbeitung muß, besonders auch inAbsicht auf den Ausdruck, die kältere der Verbesserung folgen.Und nie darf diese ihren Rechten etwas vergeben.
Der deutsche Poet, der zu unfern Zeiten schreibt, findeteine Sprache, die nämlich, gedankenvoll, oft kurz, und selbstnicht ohne die Reize derjenigen Annehmlichkeit ist, die einenfruchtbaren Boden schmückt, wenn sie mit sparsamer Ucber-legnng vertheilt wird; und die, wenn man sie zu sehr ver-schwendet, ein Blumenbeet aus einer schönen Gegend macht.Sie kann gleichwohl, wie mich deucht, auf zwo Arten nochweiter ausgebildet werden. Die eine ist: Ihre Skribentenrichten sich nach der Wendung, die sie einmal genommen hat.Siegehen auf dem Wege fort, den Luther, Opitz undHaller (ich nenne diese großen Männer nicht ohne Ursachenoch einmal) zuerst betreten haben. Die andre Art ist: Sieahmen der griechischen Sprache, der römischen und einigenunserer Nachbarn nach: jenen, weil sie durch Meister gebildetworden sind, deren Werke in allen Jahrhunderten Musterbleiben werden; und diesen, in so fern sie theils von jenenersten Mustern gelernt haben, theils eigne Schönheiten be-sitzen. Der glückliche Maler, der seine eigne Colorit hat,die ihn nachahmungswürdig macht, wird sich nicht schämen,von andern großen Meistern zu lernen, ob er sich gleich sehr