Druckschrift 
10 (1844)
Entstehung
Seite
210
Einzelbild herunterladen
 

210

ferner, wenn sie da gesetzt werden, wo sie, ohne daß dieDeutlichkeit, oder "der Nachdruck darunter litte, wegbleibenkonnten. Das doch, mit dem man wünscht, gehört vvr-nämlich hierher. In einer andern Stelle stand die Inter-jektion nicht, wo sie stehen sollte. Das Ach fing den Periodenan; und es hätte glücklicher vor den Wörtern gestanden,welche die Leidenschaften am meisten ausdrücken. Ein an-dermal hat der Verfasser nicht gewußt, von welcher Kürze,und von welcher Stärke das Participinm gewesen seyu würde.Darauf hat er es wieder gesetzt, wo es nicht hingehörte.

Wenn in den poetischen Perioden zu diesen Fehlern noch diebeiden großen: kommen, daß die Hauptwörter theils nicht gutgewählt, theils nicht nach der Natur der Handlung geordnet sind,so haben wir eine Statue, die weder Bildung noch Stellunghat. Alles ist kraftlos und ohne Charakter. Die eine Hand istzu groß; der eine Fuß zu breit. Die Gelenke sind geschwollen.Sie hat nichts Fleischiges, kein Leben. Gleichwohl sehen wir,daß der Hauptgedanke des Künstlers gut war. Aber er istunter dem Ausdrucke erlegen. Die besten Gedanken sind inder Gefahr, auf diese Art verdorben zu werden.

In vielen poetischen Schriften, welche die Deutschen nochnicht zu lesen aufhören, sind diese Fehler beinahe gar nichtvermieden worden. Es sind nur wenige, in welchen mannach den Grundsätzen, davon ich einige angeführt habe, ge-arbeitet hat. Allein diese wenigen haben die Sprache nochnicht völlig so bilden können, wie sie, nach ihrer Natur, ge-bildet werden sollte. Die Mittel, die zu diesem Zwecke näherführen könnten, scheinen mir folgende zu seyn. Die deutscheSprache ist reich; allein sie hat nicht selten einen unnützenUeberfluß. Sie kann nicht zu streng in der Enthaltung vonsolchen Wörtern und Redensarten scpn, die, wenn man es