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Deutscher aus einem alten einen Ausdruck, der ein Bildzeigt, bloß übersetzt und dazu in seiner Sprache ein eben soedles Wort wählt, als Virgil, oder Homer in der seinigengebraucht hatte; so kann derjenige, der ihn mit Recht tadelnwill, nur Folgendes anführcn. Ihm mißfällt entweder dasBild selbst; oder er tadelt den Dichter, daß er sich in seineStelle nicht so gut schickt. Ist keine von beiden seine Ursache;so ist er verdrießlich darüber geworden, daß kusus im Deut-schen hingegossen heißt. Außer den bisher angeführtenEigenschaften guter Wörter, sie seyen neu, oder schon aus-genommen, kömmt es noch sehr, wenn sie gut bleiben sollen,auf die Stelle au, wo sie stehn. Sie sind dem Gedanken,den sie ausdrücken sollen, alsdenn erst angemessen, wenn siean der rechten Stelle stehn. Der Leser macht besonders hiereine beständige, zwar sehr schnell gedachte, aber dennoch genaueVergleichung zwischen dem Gedanken und dem Worte. Erfühlt's, was wir haben sagen wollen, was wir gesagt, undwas wir nicht gesagt haben.
Die Anmerkungen, die ich bisher über die Güte derWörter gemacht habe, gelten zwar größtenteils auch vonder Prosa; allein es ist die Pflicht des Dichters, sie mit nochgenauerer Sorgfalt zu beobachten.
Wenn er mit der Wahl der Wörter glücklich gewesen ist;so erhebt er sich auch, durch die veränderte Ordnung der-selben, über die Poesie. Nur selten sind die Leidenschaften,welche die Prosa ausdrückt, so lebhaft, daß sie eine not-wendige Veränderung der eingeführten Wortfügung erfordern.Die Poesie erfordert dieselbe oft. Denn die Abschilderungder Leidenschaften ist dasjenige, was- in einem guten Ge-dichte herrschen soll. Die Regel der zu verändernden Wort-fügung ist die: Wir müssen die Gegenstände, die in einer