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nie zu sorgfältig seyn. Ihre Sprache hat wirklich noch einenicht geringe Anzahl von Wörtern dieser Art.
Es ist nicht nöthig zu sagen, daß Wörter von ausge-machter Stärke unter die für die Poesie brauchbarsten gehören;allein es mochte vielleicht nicht überflüssig seyn, die Deutschenzu erinnern, daß diejenigen Wörter, die mir Geschmack zu-sammengesetzt sind, unter die von ausgemachter Stärke zuzählen sind. Es ist der Natur ihrer Sprache gemäß, sie zubrauchen. Sie sagen sogar im gemeinen Leben: Ein g o ttes-vergeßner Mensch. Warum sollten sie also den Griechenhierinnen nicht nachahmen, da ihnen ihre Vorfahren schonlauge die Erlaubniß dazu gegeben haben?
Der poetische Ausdruck soll sich nicht immer, besondersin gewissen Dichtarten, durch die Stärke unterscheiden, erkann dieß auch oft, nachdem ihn der Gedanke dazu veranlaßt,durch angenehme und sanfte Wörter thun. Untcrdcß ver-dient keine von Horazens Anmerkungen öfter wiederholtzu werden, als diese: Ihr sucht angenehm zn sepn; und ihrseyd ohne Nerven, ohne Seele!
Die deutsche Sprache, die nun anfängt gebildet zu werden,hat noch neue Wörter nöthig. Ich rechne unter die neuenauch einige wenige veraltete, die sie zurückuehmen sollte.Aber, durch die Neuheit an sich selbst erhält ein Wort keineVorzüge. Außerdem, daß sein Schicksal sehr von der un-gezwungenen Ableitung oder Zusammensetzung abhängt; sobefördert, oder hindert auch seine Aufnahme die Güte oderUnbrauchbarkeit des Stammworts, von welchem es entstandenist. Sogar eine zu nahe Verwandtschaft mit einem andernWorte von niedriger Bedeutung, kann dem neuen Worteschaden. Himmling hätte man nicht wagen sollen, weildem Leser Himmeln dabei einfallen könnte. Wenn ein