Druckschrift 
10 (1844)
Entstehung
Seite
206
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die »ergebne Mühe bemerkten, mit der wir uns bestrebten,uns zu erklären.

Die Poesie soll überhaupt vielseitigere, schönere und er-habnere Gedanken, als die Prosa, haben. Wenn wir sieausdrücken wollen: so müssen wir Wörter wählen, die sieganz ausdrücken. Hier finden wir gleich anfangs eine nichtgeringe Anzahl, von denen wir gar keinen Gebrauch machenkönnen. Sie haben in dem Munde des Volkes allen ihrenNachdruck verloren, oder sic haben niemals einigen gehabt.Die Sprache hat also für den Poeten weniger Wörter, unddicß ist der erste Unterschied der Poesie und der Prosa. Wirfinden ferner viele Wörter, die zwar, in dieser oder jenerArr der Poesie, noch edel genung wären, die es aber fürdie Art, in der wir arbeiten, nicht sind; ein neuer Unter-schied, mindestens für diejenigen, die in jener Art der Poesieschreiben. Wie werden wir diesen Mangel ersetzen? Dennwir haben nun wirklich eine ärmere Sprache. Noch eine An-merkung; so ist sie cs noch mehr. Gewisse Wörter sind zwaredel genung; aber wir können sie, wegen ihres Uebclklangs,oder auch wegen des Sylbenmaßes, das wir gewählt haben,nicht brauchen.

Die edlen und für die Poesie vorzüglich brauchbaren Wörtersind, fürs erste, diejenigen, die keine niedrigen, oder lächer-lichen Nebcnbegriffe veranlassen. Der Richter von der Nie-drigkeit, oder dem Lächerlichen der Nebenbegriffe ist alleinder Geschmack. Die Franzosen finden vieles lächerlich, dases nicht ist. Wir treffen hier den rechten Punkt, wenn wirihnen, in einer gewissen Entfernung, folgen.

Ferner sind für die Poesie vorzüglich brauchbare Wörter,die wirklich etwas sagen, und nicht nur zu sagen scheinen.Mich deucht, die Deutschen können bei dieser Untersuchung.