Druckschrift 
10 (1844)
Entstehung
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muß sich auch einige Schritte höher erheben, als er gewöhnlichsoll. Auch der Poet darf, nachdem ihm die Personen, dieer anfführt, oder die Sachen, die er vorstellt, dazu Gelegen-heit geben, sich ein wenig weiter hernnterlaffen, als cs ihmüberhaupt zu thun erlaubt ist. Allein niemals dürfen sieauf beiden Seiten zn weit gehn. Doch die Regeln, wieweit sie gehn, und nicht gehn sollen, gehören zn meinerMaterie nicht.

Um dasjenige, was ich sagen werde, genauer zu bestimmen,muß ich gleich anfangs anmerken, daß ich von dem Unter-schiede der Gedanken und Empfindungen nicht rede, die derprosaische Skribent, und derer, die der Poet vor andernausdrücken soll. Wenn ich dieß thun wollte; so würde ichvor allen fcstsctzen: Daß es Gedanken und Empfindungen,oft nur einen gewissen Grad, eine Wendung, eine Art vonAusbildung derselben giebt, die allein in der Poesie; undandre, die nur in Prosa gebraucht werden müssen. Dießweiter auszuführcn, würde aus zwo Ursachen überflüssig seyn.Der gute Poet weiß es schon; und Leser von Geschmack findenWahrheiten von dieser Art lieber in Gedichten selbst, alsin Untersuchungen der Kritik. Ich werde daher nur vondem Ausdrucke dieser versebiednen Gedanken und Empfin-dungen etwas weniges sagen. Ich gebe zugleich zu, daßnoch vieles, welches ich unberührt lasse, davon gesagt werdenkönne.

Wenn man den Gedanken hat; so wählt man das Wort,welches ihn ansdrückt. Wenn wir das rechte Wort nichtwählen; so thun wir eben das, was derjenige thut, derdurch eine Miene etwas sagen will, und dem die Mienemißlingt. Es ist dem Zuschauer oder dem Leser unangenehm,daß sie uns entweder nicht genung verstunden, oder daß sie