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10 (1844)
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der poetischen und der prosaischen Sprache so wenig zu denkenscheinen.

Ich würde den poetischen Ansdruck der Engländer für denstärksten und für denjenigen halten, der sich, den griechischenund römischen ausgenommen, am meisten von der Prosaunterschiede; wenn sie nicht so viele fremde Wörter, undmit ihnen alle Nebenbegriffe derselben in ihre Sprache aus-genommen hätten. Diese Nebenbegriffe bei den aufgcnom-menen Wörtern zu denken, ist mindestens denen unter denEngländern und Fremden unvermeidlich, welche die Sprachenkennen, ans denen jene Wörter entlehnt sind. Ich gebe zu,daß die englische Sprache gleichwohl auch viel Eignes habe,und ich rechne unter dieß Eigne selbst den neuen Schwung,den sie den ausländischen Wörtern manchmal zu geben ge-wußt hat; allein man wird, auf der andern Seite, auch nichtleugnen können, daß ihr neuer, kühner und glücklicher poeti-scher Ausdruck, den Nebenbegriffen der aufgenommenen oftsehr prosaischen Wörter, nicht selten unterliege.

Cs ist schon lange her, daß Luther die Deutschen durchdie Art, auf welche er die poetischen Schriften der Bibelübersetzt hat, von dem Unterschiede der prosaischen und poeti-schen Sprache hätte überzeugen können. Aber sie haben vondiesem großen Manne überhaupt weniger gelernt, als sievon ihm hätten lernen sollen. Opitz hat sie nach ihm anjenen Unterschied von neuem erinnert; Haller noch stärker:allein sie scheinen noch immer daran zu zweifeln.

Wenn man alle Stufen des prosaischen Ausdrucks hinaufgestiegen ist, so kömmt man an die unterste des poetischen.Die höchste prosaische und die letzte poetische scheinen sich ineinander zu verlieren. Es ist dem Redner, wenn er inseinem stärksten Feuer ist, nicht allein erlaubt; sondern er