und thaten es selbst durch den veränderten Klang der Wörter.Eben das Wort/ das auch in Prosa gebräuchlich war, wurde,durch eine Sylbe mehr oder weniger, durch Hinzusetzung,Wegnchmnng, oder Veränderung eines Buchstabens, zumpoetischen Worte gemacht.
Die Römer ahmten den Griechen zwar in dieser letztenUnterscheidung der Prosa und der Poesie nur selten nach;aber wie sehr ist gleichwohl der Ausdruck des Cicero unddes Virgil unterschieden?
Nach der langen Barbarei sind die schönen Wissenschaftenzuerst nach Italien gekommen. Wer weiß nicht, daß dieitalienische Sprache, diese älteste Tochter der römischen, aufdie meisten Vorrechte ihrer Mutter Anspruch macht? Siehat eine nicht geringe Anzahl Wörter, die der Poesie alleingewidmet sind. Der Vers berechtiget sie, den Klang derWörter zu verändern; und sie ist ungemein biegsam, jederWendung eines poetischen Gedankens zu folgen.
Die Franzosen, welche die Prosa der Gesellschaften, undwas derselben nahe kommt, mit der meisten Feinheit undvielleicht am besten in Europa schreiben, haben ihre poetischeSprache unter allen am wenigsten von der prosaischen unter-schieden. Einige von ihren Genies haben selbst über dieseFesseln geklagt, die sich die Nation von ihren Grammaticisund von ihren Petitesmaitres hat anlegcn lassen. Unterdeßwürde man sich sehr irren, wenn man glaubte, daß ihrePoesie gar nicht von ihrer Prosa unterschieden wäre. Sieist dies» bisweilen sehr, und wenn sie es nicht ist; so habenwir wenigstens das Vergnügen, da, wo wir bei ihnenden poetischen Ausdruck vermissen, schöne Prosa zu finden:ein Vergnügen, das uns diejenigen unter den Deutschenselten, machen, welche an die wesentliche Verschiedenheit