Von der Sprache -er Poesie.
Ans dem N o r d i s ch e n A u f s e h e r 1. Bd. 26. St.
Die Sprache meines zweiten Vaterlandes, und diejenige,in welcher ich schreibe, haben so viel Aehnliches mit einander,daß ich mir schmeichle, folgende Anmerkungen werden denennicht mißfallen, welche die deutsche Sprache lieben, wenn siegleich ihre mütterliche noch mehr lieben. Vielleicht theileich ihnen auch über den Ausdruck der dänischen einige Ge-danken mit, wenn ich mit ihren Eigenschaften noch bekanntergeworden bin.
Ich weiß nicht, ob es wahr ist, was man in vielenBüchern wiederholt hat, daß bei allen Nationen, die sichdurch die schonen Wissenschaften hervorgethan haben, diePoesie eher als die Prosa zu einer gewissen Höhe gestiegensep. Soviel ist unterdeß gewiß, daß keine Nation weder inder Prosa noch in der Poesie vortrefflich geworden ist, dieihre poetische Sprache nicht sehr merklich von der prosaischenunterschieden hätte.
Die Griechen, und wer wird ihnen den vollkommenstenpoetischen Ausdruck absprechen? unterschieden diesen von demprosaischen nicht allein auf alle Arten, ans welche es Nationenvon Geschmack immer gethan haben; sie gingen noch weiter,