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Zwischen einem eben nicht unedlen Worte, und einemguten ist schon ein großer Unterschied; aber welcher Abstandist zwischen den unedlen, und den edlen. Die Griechen, dieGriechen, wenn wir sie anders verstehn!
Werth. Nicht auch die Römer?
Selm. Auch sie.
Minna. Und die Engländer?
Selm. Die Täuschung ist eine so zarte Blume, daß sievon jedem zu kühlen Lüftchen hinwelkt. Ein solches Lüftchenist z. E. jedes unedle, unschickliche, oder auch nur übelgestellteWort.
Der Wohlklang, und noch mehr das bedeutende Sylben-maß, diese (beseelte Töne, Minna) haben
viel Ausdruck; wenn sie zu dem Inhalte passen: und unter-brechen die Täuschung; wenn sie nicht dazu passen. Auch hierkann so manches welkmachende Lüftchen leicht zum Wehenkommen.
Der Dichter kann diejenigen Empfindungen, für welchedie Sprache keine Worte hat, oder vielmehr nur (ich sagedieß in Beziehung auf den Reichthum unserer Sprache) dieNebenausbildungen solcher Empfindungen, er kann sie, durchdie Stärke und die Stellung der völlig ausgedrückten ähnlichen,mit ausdrücken.
Werth. Oder auch wohl nur darauf deuten.
Selm. Freilich, wenn die ähnlichen nicht stark genungsind, und nicht an der rechten Stelle stehn; wenn beidesnicht so beschaffen ist, daß es das Feuer in der Seele Miterausbreitet.
Mich deucht, daß auch das Sylbenmaß hier und da etwasmitausdrücken könne.
Ueberhaupt wandelt das Wortlose in einem guten Gedicht