Druckschrift 
10 (1844)
Entstehung
Seite
200
Einzelbild herunterladen
 

umher, wie in Homers Schlachten die nur von wenigen ge-sehenen Götter.

Von der Darstellung scherzhafter Gegenstände (meine Sätzeberühren nur wenig davon, und sie hat viel feinere Regeln,als ausgeübt werden) merk' ich in Vorbeigehn an, daß sieihre Eindrücke blos auf die Einbildungskraft macht. DieDarstellung des Ernsthaften macht die ihrigen auf die ganzebewegte Seele.

Wenn man Handlung, Leidenschaft und sittliche Schönheitjede besonders betrachtet (im Gedichte sind sie beisammen,und wirken zugleich), so wird, nach dieser Art die Sacheanzusehn, die durch die ersten schon bewegte Seele durch dieletzte nur noch mehr bewegt. Aber dieses Mehr ist vongroßer Bedeutung, weil schon so Vieles da ist. Es trägtnicht wenig dazu bei, daß die Geliebte aufhört marmorn zusepn, und lebendig wird.

Nur noch zwei Bemerkungen; und alles, was Gegründetesund Anwendbares zu sagen war, ist gesagt.

1. Auch die beste Darstellung in diesem und jenem Theileeines Gedichts verliert etwas, manchmal nicht wenig vonihrem Eindrücke, wenn das Ganze nicht durch Wahrscheinlich-keit, Ebenmaß, Abstechendes, gehaltenen Hauptton, undZwecke, die auch Zwecke sind, ein schönes Ganzes ist. Einsolches Ganzes stimmt die Seele für die Wirkungen des dar-gestellten Einzelnen, und erhält sie in dieser Stimmung.

2. Wenn der Dichter, die Wagschale in der Hand, undmit reinem Gefühle des Eindrucks, den er Hervorbringenwill, von dem Angeführten immer so viel, und dieß, in fogenauen Abstufungen, vereint, als der jedesmaligen Be-schaffenheit der Gegenstände gemäß ist; so erhebt er seineDarstellung bis zum Vollendeten. Allein je näher er diesem,