Druckschrift 
10 (1844)
Entstehung
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der Dichter den Zuhörer, so oft er kann, Hinreißen, undnicht hinleiten. Wehe jenem, wenn er das letzte ohne Noththut.

Die Darstellung des Dichters ist täuschender, als deszeichnenden Künstlers seine. Der Sinn entscheidet hei derletzten, und dieser untersucht das Gesehene, weil er längerdaran haftet, genauer, als der Geist das Gedachte, undkann daher leichter entdecken, daß er getäuscht wird.

So weit von der Darstellung überhaupt.

Der Gegenstand muß darstellbar sepn."

Cs giebt Gegenstände, die selbst große Dichter auch denfähigsten Lesern nicht darstcllen können. Ihre Zahl ist nicktklein. Wer die unglückliche Wahl trifft, der bringt (er kanndas nun nicht ändern) ein Gedicht hervor, dessen edelsteLebenstheile schwach sind.

Der Gegenstand ist vornämlich alsdann darstellbar, wenner erhaben ist, und wenn er viel Handlung und Leidenschaftin sich begreift.

Handlung besteht in der Anwendung der Willenskraft zurErreichung eines Zweckes. Cs ist ein falscher Begriff, denman sich von ihr macht, wenn man sie vornämlich in deräußerlichen That setzt. Die Handlung fängt mit dem ge-faßten Entschlüsse an, und geht in verschiedenen Graden undWendungen bis zu dem erreichten Zwecke fort-

Bekommen Handlung und Leidenschaft, jene dadurch, daßsie nicht nur groß, sondern zugleich gut, und diese, daß sieedel ist, auch sittliche Schönheit; so nimmt die Darstellbar-keit des Gegenstandes zu.

Auch alsdann nimmt sie zu, wenn, was keiner Handlungund Leidenschaft fähig ist, aber dadurch, daß es in Bewegungist, sich der Handlung zu nähern scheint, auch sinnliche Schönheit