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Werth. Und wesentlich ist?
Selin, Was der gnte Dichter anwendbar findet. Dochwir reden zu lange vor.
Von der Darstellnng überhaupt sey dieses genug.
Es gicbt wirkliche Dinge und Vorstellungen, die wir unsdavon machen. Die Vorstellungen von gewissen Dingenkönnen so lebhaft werden, daß diese uns gegenwärtig, undbeinah die Dinge selbst zu seyn scheinen. Diese Vorstellungennenne ich fastwirkliche Dinge. Es giebt also wirklicheDinge, fastwirkliche und bloße Vorstellungen. Die Gründehierzu liegen tiefer, als es dem etwa scheinen möchte, derden Menschen nicht kennt, und nur Philosophie schwatzt.
Minna. Wie können Sie von der Darstellung, diemir als eine Zauberei vorkommt, so kalt, und so eintheilendsprechen?
Selm. Man ist nicht immer kalt, wenn man es zuseyn scheint. Wir glühen von dem Vorsätze, wahr von derSache zu sprechen. Wenn wir es mit der Wärme thäten,die Sie zu verlangen scheinen, so würden wir uns durchbildliche Redensarten blenden, und uns der Gefahr aussetzendiese Wechselbälge, denn das sind sie, wo cS auf Untersuchungankommt, der Wahrheit unterznschieben.
Minna. Ich hatte unrecht. Denn ich kann das widrigeGeschrei dieser Wechselbälge, das in unfern neuesten Büchernimmer lauter wird, auch uicht ausstehn.
Selm. Wer sehr glücklich, oder sehr unglücklich, undlebhaft dabei ist, der wird wissen, daß ihm seine Vorstel-lungen oft zu fastwirklichen Dingen geworden sind. Wiedieser die Gegenstände sich selbst darstcllt, so stellt sie derDichter Andern dar.
Der Zweck der Darstellung ist Täuschung. Zn dieser muß