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10 (1844)
Entstehung
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174
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Minna. Ungriechische freilich, auch unchinesische, unddieß zwar wegen des kleinen Nebenumstandes, daß wir Deutschesind, und eine eigne Sprache für uns haben, die deutschenämlich, Heiners.

Seltner. Wir sind, an die beständige und leicht zuübersehende Abwechselung Einer langen Sylbe mit Einerkurzen gewöhnt, zu verzeihend gegen unsre Dichter gewesen,wenn sie, wegen dieser Art der Abwechselung schnell vorüber-gehende, und daher weniger merkliche Fehler wider das wahreZeitmaß gemacht haben. Daher dürfen auch nicht unsrejambischen und trochäischcn Verse, sondern die Deklamationunsrer Redner muß die Regel unsrer Aussprache seyu.

Wert hing. Aber die Deklamation des Redners erlaubtnicht allein, sondern sie schreibt es beinah vor, die laugeSylbe, oft nicht lang genug ausznsprechen. Sic scheint eineArt von Mittclsylbe zwischen der laugen und kurzen zu haben.

Seltner. So bald sie nicht nachlässig ist, so ist es nureine scheinbare Mittclsylbe. Sie ist wirklich laug, nur daßes, wie ich vorher schon angemerkt habe, lange und längreSylben für die Deklamation giebt. Erinnern Sie sich zu-gleich, daß Sie mich wenigstens nicht widerlegten, als ichbehauptete, daß diese kleinen Unterscheidungen in der poeti-schen Deklamation weniger merklich, als in der prosaischenseyu müßten.

Heiners. Also meinen Sie, daß unsere Dichter durchdie genaue Kenutniß der prosaischen Deklamation dahin kom-men könnten, ihrem Verse einen so bestimmten Gang zu geben,als der Vers der Griechen hat?

Seltner. Ja, wenn sie diese Kenntnis! so anwcnden, daßsic sich selbst viel weniger verzeihen, als ihnen bisher ver-ziehen ist. Ich behaupte damit gar nicht, daß unsre kurzen