andern Ursach, swenne für wenne, als die Athenienser smikrosfür mikros.
Werthing. Mich deucht, Sie waren wohl eh mit mirzufrieden, wenn ich, beim Vorlesen, bisweilen einige vonden Konsonanten, welche die jetzige Rechtschreibung setzt, unddie wir anssprechen können, milderte, oder beinah wegließ.
Selm er. Ich bin noch zufriedner mit Ihnen, wennSie, anstatt ein Wort, das den Apostroph hat, durch dieAussprache, wie so viele thun, hart zu machen, es noch tö-nender Horen lassen, als cs ohne den weggewvrfnen Vokalklingen würde. Sie lesen: Vom Too-d'-erwacht. Sie lassendas o mit einer kleinen Dehnung, und das d sehr sanfthören. Ein Dichter, der Ihnen zngehört hat, könnte in dieVersuchung kommen, um Jhrentwillen öfter, als er sonstthun würde, den Apostroph zu setzen. Wenn wir viele Vor-leser hätten, wie Sie sind; so würd' ich mit dem Klangeunsrer Sprache zufriedner sevn, als ich bin. Da sie, in an-dern Gesichtspunkten, Aehnlicbkeit mit der griechischen hat,so dürfen wir uns die kleine Freude erlauben, es zu bemer-ken, daß, da wir so viel Harmonie nicht haben, als dieGriechen, wir auch einige ihrer weniger harmonischen Tönenicht haben. Bei uns kömmt das u nicht so oft vor, alsbei ihnen. Wir haben ihr ai und vi gar nicht; und unserä und ö klingen viel besser. Sie haben ein phth, und auchnicht selten unser sch. Dieß kann uns dafür schadlos halten,daß wir das sch so oft hören müssen. Wir haben ein langesa, und o, welches uns Vossius, kein kleiner Kenner desWohlklanges, vorwirft, ohne im geringsten zu erweisen, daßdasjenige im Deutschen unangenehm klinge, was er bei denGriechen schön fand, und daß diese ihr gedehntes a und oanders ausgesprochen hätten, als wir unser aa, ah, und oo, oh.