Druckschrift 
10 (1844)
Entstehung
Seite
151
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Doch hat dieß folgende Einschränkung: Wenn ein Wortdem ansdrückendstcn beinah gleichkommt, und viel metrischeBedeutung hat; so verdient es die Wahl. Denn hier gewinntder Dichter auf der einen Seite mehr, als er auf der an-dern verliert.

So bald entweder nur der Zeitausdruck, oder nur derTvnverhalt zu dem Gedanken paßt; so schallt das Passendedadurch so hervor, daß darüber das andre nicht bemerkt wird.Und dieß mußte so seyn, wofern der Ausdruck des Sylben-maßes nicht verlieren sollte. Wenn der Dichter sagt:

Aber da rollte der Donner oo» dunklen Gcwölkcn herunter,so wird über der Schnelligkeit des Zeitausdrucks, weil sie sichzur Sache schickt, das nicht passende Sanfte des Tonvcrhaltsnicht bemerkt. Der Fuß: e, da rollte ist sanft. DerVers wiederholt ihn noch dazu beständig; und gleichwohlübcrwiegt der schnelle Zeitausdruck. So viel Einfluß hat es,daß dieser dem Gegenstände angemessen ist.

Sagt hingegen der Dichter:

Da die Lnftr dcs Lenzes mit Vliithe das Mädchen bewehten.so Hort man nur auf das Sanfte des Tonverhalts. Die hiernicht her gehörige Eile des Zeitansdrucks geht uns nichts an.

In diesem Verse:

Und der Donner schlug ein. und durchscholl das Geklüft,sind Zeitausdruck und Tonverhalt vereint, und wirken daherdesto stärker. Der Tonverhalt der drei letzten Füße (desJamben auch, weil er mit Anapästen verbunden ist) drücktHeftigkeit aus. Es verändert hier beinah nichts, daß diebeiden ersten dieß nicht thun. Denn die hcrvvrschallendenFüße (hier sind's die drei letzten) geben dem Tonvcrhalteeines Verses seine Bestimmung.