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Zeitausdrnck und Tonverhalt sind immer zusammen, undwirken daher zugleich; doch das letzte unter der Ein-schränkung, daß keiner von beiden merklich stärker, alsder andere sey. Denn in diesem Falle hört die Wirkungdes schwächcrn auf.
Die Melsylbigkeit der Füße giebt ihrer metrischen Be-deutung noch den Nebenbegriff des Großen. Dieser kann beieinigen Füßen so merklich werden, daß jene darüber ihrenEindruck verliert. Doch geschieht dieß nicht oft.
Dieß ist der Umfang desjenigen, was ich Wortbewegungnenne. Sie ist die Hauptsache, worauf es in der Verskunstankommt. Der Wohlklang, oder der Klang der Wörter, wieer überhaupt, und im Einzelnen, durch Stärke, oder Sanfteszum Inhalte paßt, der Wohlklang ist der Verskunst zwarauf keine Weise gleichgültig; allein er ist schwächerer Aus-druck. Ueberdieß ist er im Einzelnen auch selten anzntreffen.Denn es sind eben nicht viel Wörter in den Sprachen, derenKlang mit dem Sinne überein komme.
Wem dieß zu umständlich, oder gar deßwegen, weil eSsehr genau bestimmt ist, und nichts aus der Luft greift,undeutlich vorkommt, der stelle sich die Sache etwa so vor:Die Verse haben in ihren Bewegungen theils Langsamkeitoder Schnelligkeit, und theils verschleimen Tonverhalt; undsehe dann zu, ob sein Begriff nicht vornämlich durch dieUnvollständigkeit an Richtigkeit verliere.
Wer ansmachen wollte: Ob die Alten den Tonverhaltgekannt, das ist, bestimmt gedacht hätten, der müßte wohlvornämlich die vielen Bedeutungen untersuchen, welche dasWort Rhythmus hat, und dann zusehn, ob er eine darunterfände, die vom Tonverhalte zu verstehen wäre. Das einzigehierher Gehörige treff' ich bei Demetrius an. Cr sagt, „daßLlvpsiock, vcrmischrc Schrifmi. 9