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Tonperhalt. (Mansieht von selbst, daß lauter Längen, undlauter Kürzen keinen haben können.) Die Gegenstände desTonvcrhalts sind gewisse Beschaffenheiten der Empfindungund der Leidenschaft, und was etwa durch ihn vom Sinn-lichen kann ansgedrückt werden.
Das wenige, waS die Bewegung von den Vorstellungender reinen Einbildungskraft, oder derjenigen, die ganz unver-mischr, mit Empfindung und LUdeuschaft ist, etwan ausdrückenmöchte, darf ich, seines geringen Umfangs wegen, unberührtlassen.
Um richtig von der Bewegung zu urtheilen, muß mansich die Wirkung rorstellen, die sie dann hat, wenn man,nicht kalt von theoretischer Untersuchung, sondern hingerissenvon dem Gedichte, sich ihren Eindrücken überläßt.
Bei jener Wirkung kömmt es vornämlich darauf an, daßdie Bewegung dem Inhalte angemessen scy.
Ein Fuß hat nur einen beitausdruck. Ein Abschnitt oderTheil des Verses kann den Aeitausdruck ähnlich erhalten,oder ihn den Graden nach vermehren, und vermindern, oderauch sein Langsames mit dem Schnellen abwechseln lassen. ImVerse finden eben diese Veränderungen statt, auch im Periodenin Beziehung der Abschnitte oder der Verse auf einander,nachdem entweder diese oder jene die Theile des Perioden sind.
Was den Tvuverhalt anlangt, so vergleicht das Ohr inden Füßen: Splben mit Sylbcn; in den Abschnitten oderVersen: Füße mit Füßen; und in den Perioden: entwederAbschnitte mit Abschnitten, oder Verse mit Versen. Die Ab-schnitte, Verse, und Perioden können auch den Tvuverhaltähnlich erhalten, oder ihn den Graden nach vermehren undvermindern, oder auch sein Uebereinstimmendes und Abstechen-des abwechseln lassen.