Druckschrift 
10 (1844)
Entstehung
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Jetzt noch zwei Worte Folgerung, verkürzte Wiederholung,und kleine Ansätze, in der Absicht, daß man das Ganze besserübersehn könne.

Der deutsche Herameter übertrifft den griechischen dadurch,daß er die Sylbcnzeit genauer beobachtet; daß er die Längennicht überhäuft, und dennoch durch seine Trochäen, und we-nige Spondeen die zur Sache gehörige Langsamkeit erreicht;und daß er beinah den vierten Thcil mehr metrischen Aus-druck hat.

Im letzten Gesänge der Ilias sind mehr als sechzig ge-dehnte Kürzen, und über zwei hundert und dreißig Kürzun-gen der Länge. In eben so vielen Versen eines deutschenGedichts sind fünf oder sechs von diesen, und keine von jenen.Es versteht sich, daß dabei die oben erwähnten strengerenRegeln der Prosodie zum Grunde liegen.

Der griechische Herameter übertrifft den deutschen dadurch,daß er die schöne Wendung oft nehmen kann, nach welchervier Spondeen von zwei Daktylen an verschiedenen Stellenunterbrochen werden.

Wer zwar zusammen schlagen, aber nicht läuten gehörthätte, dürfte vielleicht hier noch hinzu setzen: Auch die schöneWendung hatte der griechische Herameter oft, die immer einenSpondeen auf einen Daktyl so folgen läßt:

Aber da min hochwogig die Fluth Schiffbrüchige hertricb.

Diesem würd' ich antworten: Der Vers darf zwar zu-weilen Langsames mit Schnellem abwechseln lassen, aber ermuß es so thun, daß eins von beiden hervorschalle. Manmuß nicht ungewiß bleiben, ob der Vers langsam oder schnellsey. Und dieß ist hier der Fall.

Wir können einen Herameter von gleich schöner Wendung