3. Die Selbstlaute ä und oo und die Doppellaute sindlang.
Diese Regel greift weit um sich. Die neueren Prosvdistenhaben die Accente ins Spiel gemischt, und ihr dadurch engereGränzen setzen wollen. Wenn ich bei einem Accente zeige,daß es mit der Sache nicht gehe, so werde ich ja, denk' ich,davon abbrechen dürfen. Man hält z. B. das thai inagorcü'esthai für zweizeilig, weil sonst der singende Accentnicht auf der dritten Spike von der Endung stehn könnte.Aber warum denn zweizeitig? Denn nach der Accentregel,muß eü ja kurz scyn, als änthroopos, weil pos kurz ist.Doch wie denn selbst hier, wenn das folgende Wort miteinem Mitlaute anfängt? Denn nun ist ja pos lang. Gleich-wohl rückt der Accent in diesem Falle nicht fort; aber daslange u macht, daß er fortrückt: anthrvöpu. Die Längeder Position ist also eine andere Länge, und des Dop-pellauts seine wieder eine andere. Man sieht, denk'ich, schon allein hieraus, was es mit dem Verhältnisse, wel-ches zwischen Accent und Quantität seyn soll, vor eine Be-schaffenheit habe. Das obige thai ist übrigens weder zwei-zeitig noch kurz, und es wird auch etwa nicht erst durch denfolgenden Mitlaut lang, sondern ist es schon an sich selbst.Denn Dionys nennt, indem er von Thucydidcns Numerusredet, und eineStelle ans ihm anführt, die mit agoretsesthaiauton endet, die Sylben reü'esthai au schließende Spon-deen.
Man kann nicht einwerfen, Dionys nehme hier das zwei-zeitige thai, wie er dürfe, lang, so wie er es auch kurzhätte nehmen dürfen; denn er thut dicß bei wirklichenZweizeitigkeiten niemals, und sagt dann z. B. „ein Bac-cheus, (-^ nur er nennt diesen Fuß so) oder wenn man