Druckschrift 
10 (1844)
Entstehung
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Ich denke denn doch also, das? cs eben keine Partheilich-kcit ist, wenn ich will, daß man cS hier mit den deutschenDichtern nach einer Strenge nehme, van der weder unfernGrammatikern, noch ihren meisten Lesern bisher etwas zuOhren gekommen ist. Denn ich wäre ja selbst dann nach nichtparteiisch gewesen, wenn ich daS bisher Gelehrte und Ge-glaubte unfern Dichtern hätte zu Nutze kommen lassen.

Sagt man, daß sie durch jene Regel ans der einen Seitewieder gewinnen, was sie auf der andern verlieren,; so zeigtman auch hier, daß man von der Sache nichts wisse. Denndem deutschen Herameter paßt die Kürze von Salben, wiegeist in Schutzgeist, viel öfter, alS ihre Länge. Wer daönoch erst zu lernen hat, der kennt unsre Sprache nicht.

Meint man bei dieser Gelegenheit, man habe mir Be-schäftigung mit Kleinigkeiten zu verzeihen, so glaube ichmeinerseits viel bessern Anlaß zum Verzeihen zu haben.Denn man weiß also noch nicht einmal, daß alles, wasSprache ist, ans einem Gewebe von feinen Bestimmungenbestehe; oder, wenn dieß auch nicht wäre, man sieht nichtein, was aus den Kleinigkeiten denn doch gleichwohl folgenmochte; aus dieser z. B. die meinen Beweis enthält: Imletzten Gesänge der Ilias sind mehr als sechszig Kürzen-dehnungen; und (sseinah die Hälfte weniger Schwierigkeitenbei Bildung des Verses) über zweihundert und dreißigKürzungen der Länge.

Wenn nun die Ausländer (denen cs jetzt noch nicht ein-mal tränm.t, daß ein Grieche bei Anhörung ihrer Versarten,oder vielmehr Reimarten, Voltärens epischer z. B. sein:Grieche und Barbar! gewiß nicht unterdrückt hätte) wennsie mit der Zeit merkten, was ihnen in Ansehung der Vers-knnst fehle; und sie uns, wegen nicht dnrchgehcnds beobach-