98
Diese Stärke wird Härte, wenn die Mitlaute nicht gutzusammen stoßen.
Zwei Selbstlaute und Ein Mitlaut sind das Gegentheilvon der genannten Haupteigenschaft. Cs ist dieser Klangaber auch nicht sanft, sondern er ist weich. Besser ist es inHärte, als in Weichheit auszuarten. Wenn von Ausartungdie Rede ist; so ist der Stärke ihre männlicher.
Die griechische Sprache verbindet gewöhnlich nur EinenMitlaut mit dem Selbstlaute. Die Haupteigenschaft ihresKlanges ist also nicht Stärke, sondern Sanftes. Sie wirdaber auch hart durch das sehr oft vorkommende, und übel-klingende oi, welches noch obenein nicht selten nach oder vorai stehet; und durch die eben nicht ungewöhnliche Verbindungsolcher Mitlaute, die nicht gut zusammen stoßen, als wennz. C. pt, tm, mn, und phth die Sylben anfangeu: und siewird weich, durch die ziemlich gewöhnliche Zusammensetzungzweier Selbstlaute mit Einem Mitlaute.
Wir verbinden manchmal noch mehr als zwei Mitlautemit Einem Selbstlaute, und hierdurch wird unsere Sprache,jedoch nicht immer, hart. Denn es kommt nicht wenig darausan, in welcher Folge diese Mitlaute bei ihrem Selbstlautestehen. Auf der andern Seite setzen wir viel öfter auch nurEinen Mitlaut zu dem Selbstlaute, als wir über zwei dazusetzen.
Der Klang der griechischen Sprache wäre also vornämlichsanft, dann aber auch nicht selten hart, und weich; und derdeutschen vornämlich stark, hiernächst oft auch sanft, undselten hart.
Sie artet nur in Einem Punkte aus; die griechische aberin zweien, und dieß, wenigstens in Ansehung des Weichen,noch dazu öfter.