Druckschrift 
10 (1844)
Entstehung
Seite
95
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9s

Warum mögen doch mir bei den Griechen und nicht auchbei uns die Endungen der Wörter wie Meere oder eilteAchtel; und derer ihre wie Ane oder wehe Sechzehntel sepndürfen? Doch ich halte mich jetzt hierbei nicht auf. DerPunkt, worauf es hier ankommt, ist: Wenn die Vergleichungin Rücksicht auf die Worte:Die kleinste Lücke wird, ohnenur um ein Härchen zu überfüllen, auf das genaueste aus-gefüllt" einen anwcn dbaren Verstand haben soll; so muß-ten die Griechen, statt der Achtelknrzen, die doppelte Zahlvon Sechzehntelkürzen setzen. Auf gleiche Art mußten sie beiden verschiedenen Längen verfahren. Und so gab es denn,z. C. was die Kürzen betrifft, auch vier- und fünfsyl-bige Daktyle.

9.Welche nordische Sprache mit ihren vielen starklei-bigen ein- oder zwcifplbigeu Wörtern hinten und vorn mitrasselnden Consonantcn verpanzcrt, bei deren Niedertrittder Boden dröhnt, wäre wohl im Stande den leichten flüch-tigen griechischen Hcrameter in seinem schwebenden Gange,der kaum die Spitzen des Grases krümmt, nachzubildcn?Man will, daß eine Sprache, die weit weniger, und ganzandere Gelenke hat, einer Sprache, die ganz und gar Ge-teilte ist, ihre Zauberkünste nachmache. . . Der Griechetanzet Heldentanz, der Deutsche, der das nicht kann, schreitetdafür Hcldenschritt. Aber wie wenn der Letzte den Tanz desErsten plump nachtanzte?"

Gelenke sollen doch wohl Splben bedeuten. Aber vonwelcher Seite sind sie hier anznschen? in Beziehung auf ihrenKlang? oder auf ihre Zeit? Denn die Starkleibigkeit, dasRasselnde, die Verpanzernngeu und das Bodendröhnen machtirre. Man glaubt da vom Klange reden zu hören. Unter-ließ sind ja Wohlklang und Sylbenzeit ganz verschiedene