bringen können, sich zn einer so widersinnigen Vertheilungder Längen und Kürzen zn vereinigen.)
Die Griechen selbst witterten etwas von der Sache. Ei-ner ihrer Thevrisren sagt: „Man komme, so oft man kann,,.zn denen Benennungen zurück, die durch kurze Sylben um-„gecndct werden. Den» viele lange dieser Art sind dem„Ohre zuwider." Er trifft freilich den rechten Punkt nicht,indem er daS Urtheil de-S Verstandes dem Ohre zuschreibt,aber daran liegt nichts: genung er fühlt, daß hier ctwaS nichtso recht in der Ordnung sey.
Micht deucht, selbst die gedankenlosesten Bewunderer derAlten müßten einschn, daß eine solche Sylbcnzeit, in Ver-gleichung mit einer, die, in einem so wesentlichen Punkte, ge-rade die gegenseitigen Vorthcilc hätte, nicht wenig verlöre.
Und dieß ist gleichwohl noch nicht Alles. Die Deklamationkann den leidenschaftlichen Ton nur mit der Länge Horenlassen. Die Kürze kann ihn nicht annchmen; sie ist zn flüch-tig dazu. Wie soll man es aber nun machen, wenn manLängen vor sich findet, bei denen eö schon unnatürlich ist,ihnen den erwähnten Nachdruck zu geben? Wie soll manz. B. bei Aussprcchung der zweiten Länge in me miserum— ^ ^ — verfahren? Soll man sie ein wenig sinken lassen?Aber so bleibt sie ja nicht lang genug; und, welches nochnachthciliger ist, so saßt sie das Leidenschaftliche nicht mehr.Und wie soll man es vollends alsdann machen, wenn manWorte antrifft, die sich entweder (man erlaube mir auch dießzu berühren, ob ich gleich anfangs vom Leidenschaftlichen al-lein sprach) in Ansehung des ausgedrückten Gedankens vorden übrigen ausnehmen, oder den stärksten leidenschaftlichenTon erfordern; aber gar keine Länge haben? als imersten Falle: