Druckschrift 
10 (1844)
Entstehung
Seite
87
Einzelbild herunterladen
 

87

Mitlaute der folgenden Sylben oder Wörter an der Kürzeder vorhergehenden nichts ändern. Wer dies, nicht zngestcht,der gesteht auch nicht zu, daß die Sylben wahre, das ist,durch die Anssprache unterscheidbare Theile der Wörter, unddiese der Sätze sind.

Man dehnet also hier die Kurze zur Länge ans, weil manwohl will, und nicht, weil man durch das, was folgt, dazugebracht wird.

Die Griechen selbst merkten etwas davon, und noch mehrals sic die Miner, daß sie hier nicht auf dem rechten Wegewären. Denn sowohl bei diesen als bei jenen wurde dievorhergehende kurze Sylbe wenigstens zweizeilig, wenn diefolgende zu eben dem Worte gehörige mit gewissen Mitlautenanfing, als Be in Begriff. Wenn man mir mit den altenGrammatikern sagt, daß Be hier dcßwegen zweizeitig werde,weil gr leichter ausznsprechen sey, wie z. B. st, welches dievorhergehende Kürze allezeit lang mache, als Vcin Bestand;so antwort' ich, daß es hier ans diese Verschiedenheit garnicht ankömmt. Denn eine noch nicht ausgesprochene Sylbekann einmal auf eine schon ausgesprochene keinen Einflußhaben. Cs liegt also hier auch an ihrer Beschaffenheit nichts.Die Ursach scheint mir daher eine ganz andre zu seyn. Manfühlte das Unangenehme der Kürzend eh nung; und sosuchte man sich davon wenigstens da los zu machen, wo manes, unter dem Schutze des ersten des besten Scheingrundes,thun konnte. Gleichwohl gelang es nicht recht damit. Dennes wurde in unserm Falle nur Aweizeitigkeit gestattet, undes durften also die, welche Geschmack am Dehnen fanden, beimAlten bleiben. Cs ist nicht nöthig zu untersuchen, was hierdie Nation von den Dichtern, oder diese von jener annahmcn,oder auch, ob die letzten (eine Sonderung, welche sich nach