genommen, und wenn sie der Dichter versteht, besser zum Hexa-meter, als zn Opitzens Verse- Ich nehme diesen so, wie wirihn gewöhnlich machen, da wir oft auf den Kürzen halten,und mit den Längen forteilen; denn unsre Absicht ist ja nicht,Spondeen einzumischen. Wollten sie hier genauere Beobach-tung der Quantität von dem Dichters fvdern, so würden Sieihm zn denken verbieten, und er konnte dann mit Recht be-haupten, daß sich unsre Sprache zn dieser Versart gar nichtschicke. Sie erinnern sich, waS wir im Anfänge unsrer Un-terredung über die Deklamation des jambischen Verses an-merkten. Auch der kürzeste Beweis meiner Antwort wärefür Werthing und Minna zn lang. Sie können also nichtsdawider haben, daß ich ihn weglasse.
Der Hexameter, wie ihn Kleist machte, ist ein schöneranapästischer Vers, der im Frühling noch schöner seynwürde, wenn der Jambus den Anapäst öfter unterbräche.Es würde einer der glücklichsten Gedanken einiger unsrer Dich-ter gewesen sepn, diesen Vers znm lyrischen ausgenommenzu haben, wenn er nicht, seltne Ausnahmen zugestanden, fürdie Ode zn lang wäre.
Der mehr homerische Hexameter hat, außer dem, was ichschon angeführt habe, noch dieses, daß sein erster Fuß be-ständig mit einer langen Sylbe anfängt, ein Gang, der dem-jenigen Verse angemessen ist, welcher dem epischen Gedichtevornämlich zugehört. Dem Hexameter, sagt Aristides, einneuerer Grieche, aber der diese Sachen verstand, geben Schön-heit und Würde sein weiter Umfang, sein Anfang mit derLänge, und sein vollloniger Schluß.