Erempel des Griechen, würde mir die Regel der Mannich-saltigkeit, und der Rhythmus deS trochäischen Ausgangs, lassenSie uns ihn künftig so nennen, weil unser Herametcr nichtden Spondeus, sondern den Trochäus, zum zweiten Fußangenommen hat, ich sage, die Regel der Mannichfaltigkeit,und der bedeutende Rhythmus des trochäischen Ausgangswürden mir cs auflegen, durch ihn den daktylischen nichtselten zu unterbrechen.
Heiners. Nach ihrer Meinung ist es freilich ein Vor-zug des deutschen Heramcters vor dem griechischen, daß er,statt zweier künstlicher Füße, drei zur Regel annimmt.
Selmer. Es ist einer, wenn anders Mannichfaltigkeit,deren Gränzcn nicht allein bestimmt, sondern auch weder zusehr eingeschränkt, noch zu sehr erweitert sind, mit zur Schön-heit gehört.
Heiners. Aber Sie müssen mir beweisen, daß Sie denrechten Mittelweg zwischen der zu genauen Einschränkung, undder zu freien Erweiterung getroffen haben.
Seltner. Geben Sie mir einige hundert Herametcr, dieich Ihnen als gut gearbeitet zugestehn muß; so will ich sieIhnen vorlesen. Wenn ich Sie dadurch nicht überzeugen kann;so habe ich wenig Neigung, cs durch einen Erweis zu thun,und wenig Hoffnung, es zu können. Ich verstehe aber durchgute Herametcr solche, die mit schönen Rhythmen oft ab-wcchseln, die diese Rhythmen dem Inhalt anmcssen, und derenInhalt dieser ganzen metrischen Ausbildung werth ist.
Heiners. Gut denn, diese neue, ungricchische, hexame-trische Versart mag ihre Schönheiten, und recht viele haben;allein Sie müssen mir erlauben, daß ich zu dieser Frage nocheinmal zurück komme, schickt sich unsre Sprache dazu?
Seltner. Sie schickt sich, in ihrem ganzen Umfange