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10 (1844)
Entstehung
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Wcrthing. Man könnte, deucht mich, auch das anihm tadeln, daß er nicht beständig eben dieselben Zeiten hat.

Selmer. Tadeln Sie es an Sophokles Verse, daß seineAbwechselungen von ein und zwanzig bis zu achtzehn zurück-gehn? oder an den andern Sylbcnmaßen der Griechen, diewir mit einander untersucht haben, daß die Zahl ihrer Zeitenungleich ist?

Werthiug. Wenigstens ist es ein Vorurtheil gegendie ionische Vcrsart, daß die schönste Versart der Griechen,ihre epische, in jedem Verse gleiche Zeiten hat.

Seltner. Ich glaube nicht, daß der Erfinder deS Hexa-meters an die Gleichzeitigkeit seiner Füße gedacht hat. Siewird nur von denen, und zwar nur einigermaßen gehört,welche die Anmerkung-, daß sie da ist, gemacht haben. Wassagen Sie, Minna? scheinen Ihnen diese beiden Verse, dieim Homer auf einander folgen, gleichzeitig zu scyn.

Tlätoil gar moirai thumon thcson anthroopoisi».

Notar hog' Hoktora dien epei philo» ator apäura!

Minna. Mir scheint der erste viel länger zu dauern,als der zweite.

Wcrthing. Aber bei Versen, die nicht so sehr kontra-stiren, als diese, ist die Gleichzeitigkeit merklicher.

Seltner. Ich habe Ihnen schon zugestandcn, daß die-jenigen, welche die Anmerkung gemacht haben, die gleichenZeiten einigermaßen hören können. Aber ich frage Sie:denken Sie daran, wenn Sie den Homer dcklamircn?

Werthing. Das thu' ich freilich nicht.

Seltner. Ueberhaupt feh' ich die Gleichzeitigkeit desHerametcrS nur als eine Maunichfaltigkeit weniger an. Ich