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sie in den beiden ersten Versen zu schweben scheint; in demdritten etwas, aber in dem vierten noch merklicher, als vondem zweiten und dritten, zunimmt.
Minna. Welche Art der Strophen ziehen Sie vor?
Selm er. Das würde uns sehr weit führen, wenn wirin diese Untersuchung hineingehn wollten. Vielleicht werdenSie selbst, wenn ich gelesen haben werde, nicht sagen können,welche Art Sie vorziehn?
Minna. Nun so werden Sie mir doch wenigstens sagen,welche Art der Abwechselung Sie vorziehn?
Selm er. Ich kann mich nun einmal auf das Vorziehnnicht einlassen; aber eine gute Abwechselung ist es, wennsich der zweite Vers leise, der dritte merklicher senket, undder vierte nicht zu stark wieder steigt; oder wenn der zweiteund dritte Vers eben so steigen, und der vierte auf gleicheWeise sinkt.
Werthing. Die schwebende Strophe (ich stelle mirihre Verse dabei von größerm Umfange vor, als lyrischeVerse gewöhnlich haben) scheint mir eines sehr vollen Aus-drucks fähig zu seyn.
Telmer. Eines vollen Ausdrucks; aber nur von ein-fachen Gegenständen. So bald diese zu ihrem Inhalte ge-wählt werden; so ist die Ätrophe vortrefflich. Doch es kannja überhaupt keine Versart ihre Kraft recht zeigen, wenn siedem Inhalte nicht angemessen ist.
Minna. Wenn in der schwebenden Strophe jederVers durch genug Veränderung der rhythmischen Schönheit(wir sprachen ja erst davon) von dem andern unterschiedenist; so denk ich, muß ich ihr einen kleinen Vorzug geben. Ichglaube, die musikalische Deklamation würde mich, wenn ichirrte, allein zurechtweisen können.
Klvxstock, vermischte Schriften. 2