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Choriambe, die aus vier Versen, und nur Einem ungleichenbesteht, hat viel Feuer, sanfteres, und heftigeres, wie Hora;will, dazu eine ihr eigne lyrische Fülle. Aber sie dürfte wohl,wegen der Gleichheit ihrer drei ersten Zeilen, nur sehr seltenaus so vielen Strophen bestehen, als die Alcäische. Diezweite Choriambe, die der vorigen bis auf den dritten Versgleicht, welcher fick, mit einem sanften Abfalle hcrnnterläßt,würde denjenigen Oden vorzüglich angemessen seyn, die sichvon der hohen Ode etwas zu dem Liede herablassen. DieStellung dieser dritten Zeile allein sollte uns schon abschrecken,neue Sylbenmaße zu machen. Sappho hat eine Ode erfun-den, deren Harmonie, ob wir gleich nicht einmal zwei ganzeStücke von ihr haben, sie am besten getroffen hat. Diedrei ersten Zeilen sind in dieser Strophe einander gleich, undwenn der gewöhnliche, an sich harmonische Abschnitt immerwiederholt wird, so verliert die Harmonie des Ganzen; einkleines Verschn, das Horaz mehr begangen, als vermiedenhat. Es ist zwar dieß desto leichter zu verzeih», je verfüh-render der Abschnitt an sich durch seinen Wohlklang ist, undje weniger man ihm in den ersten zwo Strophen die Ein-tönigkeit ansiehr, die er schon in der dritten und vierten ver-ursacht. In der Ode an Pettins besteht die Strophe nuraus drei Zeilen, da eine vierzcilichte einer viel vollen: Har-monie und eben der Ründe fähig ist. Die zweite Zeile istvielleicht zu kurz, oder schlösse doch besser die Strophe. Viel-leicht wäre auch in der Ode an Melpomcne, und in den an-dern von eben dem Sylbenmaße, der längere Vers glücklicherder erste, als daß er der zweite ist.
Wenn diese Fragmente einer Abhandlung (denn ich kannes keine Abhandlung nennen) einigen Lesern von Geschmackeinen bestimmter» Begriff von dem Sylbenmaße der Alten