Druckschrift 
10 (1844)
Entstehung
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Einer Strophe, viel Klang in einige unsrer Oden gekommenist. Aber daraus folgt nicht, daß sie die horazischcn erreichthaben; daß es unfern Jamben oder Trochäen möglich sep, esder mächtigen alcäischen Strophe, ihrem Schwünge, ihrerFülle, ihrem fallenden Schlage gleich zu thun; mit den bei-den choriambischen zu fliegen; mit der einen im beständigenschnellen Fluge; mit der andern mitten im Fluge, zu schwe-ben, dann auf einmal den Flug wieder fortznsetzen, demsanften Flusse der sapphischen, besonders wenn sie Sapphoselbst gemacht hat, ähnlich zu werden; oder die feine Rundederjenigen Oden im Horaz zu erreichen, die nicht in Stro-phen getheiit sind. Horaz ist ein solcher Meister in der ly-rischen Harmonie, daß seine Versarten einige bcsondre An-merkungen verdienen, um uns recht aufmerksam auf ihre Schön-heit zu machen, eine Schönheit, die in seinen meisten Artenmit einer so glücklichen Sorgfalt erreicht ist, daß sie verfüh-ren könnte, einige Kleinigkeiten wider ein paar andre Artenbei ihm zu sagen, welche die feine Wahl der übrigen nichtganz zeigen. Wenn Horaz am höchsten steigen will, so wählter die Alcäen; ein Sylbenmaß, welches, selbst für den Schwungeines Psalms, noch tönend genung wäre. Cr läuft da amöftesten mit dem Gedanken in die andre Strophe hinüber,weil es, so zu verfahren, dem Enthusiasmus des Ohres undder Einbildungskraft gemäß ist; da jenes oft noch mehr alsden poetischen Perioden, der nur in eine Strophe einge-schlossen ist, verlangt, und diese den Strom des schnell fort-gesetzten Gedanken nicht selten fordert. Horaz wußte entwe-der den Cinwnrf nicht, daß, wegen des Singens, die Stropheund der Periode zugleich schließen müßten, weil ihm die Sän-ger und die lyrische Musik seiner Zeit denselben nicht machten;oder er opferte die kleinere Regel der größer» auf. Die eine