9
Aufnahme zu verschaffen, war ein Einfall, der in dieser Ab-sicht sehr glücklich war. Sv bald man ihn aber zur Regelmachen wollte, würde man ihn übertreiben. In einem lyri-schen Gedichte wurden die Regeln des griechischen Sylben-maßes völlig nach der Prosodie der Alten beobachtet. Ohnedie Schwierigkeit zu berühren, auch nur einige kleine Stückein dieser Art zu verfertigen, scheint mir diese ganz gebundeneNachahmung, der Natur unsrer Sprache, ihres Hexameters,und seiner Harmonie entgegen zu seyn, Man weiß, daßOvidius schon hüpfend wurde, statt den majestätischen undeigentlichen Wohlklang Virgils zu übertreffen.
Weil ich mich über das, was ich bisher von dem altenund neuen Herameter gesagt habe, nicht gern in Erempelausbreiten mochte; so will ick nur eins anführen, die Kennerder Alten an den poetischen Perioden zu erinnern. Da zuwenige sind, die Homers Sprache bis auf ihr Sylbenmaßkennen, soll Virgil seine Stelle vertreten. Cr sagt vomSalmoneus:
Ouattuor Nie invooiu8 eqnis, ei, iampaäa quaosanoker Orajüm populoo mccliaegne per ItU<1i8 urbemIbat ovan8, clivümqne 8il>i pnscobat Nonorom:vemono! g»> nimbos ei, non imitalnle tnlinen^er' et cornipinlum cur8n 8imul<>rai. eqnorum!rlt pater omnipnieno klen8' inter nuküa teiumOontorsit, <non tiie taeeo nee tumea tae<ii8Lumina) praecipiiemgu' immani turliin', aiiegit i
Da wir uns diesem feurigen Klange, dieser Fülle derHarmonie, durch Nachahmung nähern können; so begreife ichnicht, warum wir es, besonders in grvßern Gedichten, dieauch in jeder Nebenausbildung Anstand und Männlichkeit