Druckschrift 
10 (1844)
Entstehung
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wenn wir endlich die Mannichfaltigkeit auf viele Arten voneinander unterschiedner Perioden nicht nur kennen, sondernauch diese abwechselnde Perioden, nach Absichten, zu ordnenwissen: dann erst dürfen wir glauben, einen hohen Grad derpoetischen Harmonie erreicht zu haben. Aber die Gedankendes Gedichts sind noch besonders; und der Wohlklang ist auchbesonders. Sie haben noch kein anderes Verhältnis: untereinander, als daß die Seele zu eben der Zeit durch die Em-pfindungen des Ohrs unterhalten wird, da sie der Gedankedes Dichters beschäftigt. Wenn die Harmonie der Verse demOhre ans diese Weise gefällt, so haben wir zwar schon vielerreicht; aber noch nicht alles, was wir erreichen konnten.Es ist noch ein gewisser Wohlklang übrig, der mit den Ge-danken verbunden ist, und der sie Ausdrücken hilft. Es istaber nichts schwerer zu bestimmen, als diese höchste Feinheitder Harmonie. Die Grammatici haben sieden lebendigenAusdruck" genannt, und ihn oft dann nur im Virgil oderHomer gefunden, wenn diese ihn etwa übertrieben, und ihmalso seine eigentliche Schönheit, die vorzüglich in der Feinheitbesteht, genommen; oder in andern Stellen nicht daran ge-dacht hatten, daß Scholiasten kommen und ihnen hier eineSchönheit von disser Art Schuld geben würden. VerschicdneGrade der Langsamkeit oder Geschwindigkeit; etwas von sanf-ten oder heftigen Leidenschaften; einige feinere Mienen vondemjenigen, was in einem Gedichte vorzüglich Handlung ge-nannt zu werden verdient, können, durch den lebendigen Aus-druck, von ferne nachgeahmt werden. Wenn der Poet diesesthut; so braucht er, oder es glücken ihm vielmehr einigeseiner zartesten Künste der Ausbildung, die ihm eben so leichtmislingcn können, sobald er zu sehr mit Vorsatz handelt, oderseine Einbildungskraft das enge Gebiet dieser Ncbenzüge zu