33k
donnerten, als sie der Verwalter, ein vormaliger Artille-rist, abbramite. Zugleich ward ein Kirchenlied vom nahenThnrmc geblasen, n»d das Fräulein erschien mit Glück-wunsch und Angebinde. Herr von Tannhof dankte ihr miteiner herzlichen Umarmung. Indessen danerte das Gebellim Hofe noch fort. Lachend entschuldigte Claudinc dieschwache Stimme der von einem benachbarten Edelhofcentliehenen Zwergkanoncn. „Laß gut scpn!" sagte derBruder. „Wollte Gott, es gäbe keine größer» Geschütze,oder wir hätten wenigstens in unserm Vatcrlande ihrenDonner nie gehört!" —
Er sprach dann mit Rührung von vergangenen Zeiten,gedachte seiner verstorbene» Gattin und seines in auswär-tigen Kriegsdiensten stehenden Sohnes, den er seit zehnJahren nicht gesehen hatte, weil sein Bruder, der bei der-selben Armee General war, seinen Neffen als einen fünf-zehnjährigen Knaben zur Fahne seines Monarchen warb,und seitdem eine Kette von Kriegen dem jungen Tannhofkeine Muße ließ, das Vaterhaus zu besuchen.
Claudinc cröffncte ihrem Bruder, daß sic zur Feier sei-nes Festes eine kleine Gesellschaft cingcladcn habe. „Nunwir wollen vergnügt scpn!" sprach er. „Laß aber auchunser Dorf eines frohe» Tages genießen! Sorge dafür,daß die Leutchen, alt und jung, auf den Abend bcwirthetwerden." — Claudinc, die zu allen wohlthätigc» Handlun-gen immer bereitwillig war, verließ ihn vergnügt, umdie nöthigcn Vorkehrungen zu treffen.
Bald darauf machte der Gerichtshaltcr seine Aufwartung.Er hatte sich dcßhalb einige Meilen weit hcrbegeben undhielt eine hochtrabende Rede, die eben so breit und steifwar, als sein Bräutigamsklcid, das er seit dreißig Jahrenbei solchen Feierlichkeiten anlegte. Herr von Tannhof dankte