Druckschrift 
2 (1847) Thomas von Pampel. Unterhaltungen für müßige Stunden
Entstehung
Seite
330
Einzelbild herunterladen
 

330 «A-v-

nnterrichtct, »nd wird nicht ermangeln, hohen Orts anzu-zeigen, daß ick geplaudert habe."

Das glaub' ich nicht!" tröstete die Kainmcrjungfer.Ueberhaupt kommt das Gehcimniß wohl bald ans Licht.Der morgende Geburtstag des gnädigen Herrn wird csohne Zweifel enthüllen."

2 .

Fräulein Claudine hatte den Wecker in der Uhr aufdie vierte Stunde gestellt, und von ihm ermuntert, zog siedie Klingel. Aber die Zofe nahm sich Zeit, che sic finsterund gähnend erschien.Neibe dir nicht so grämlich denSchlaf aus den Angcn, Lisette!" sagte das Fräulein.Heute haben wir einen frohen Tag! Heute vor fünf undfünfzig Jahren ward mein Bruder geboren. Wahrlich, cstrat da ein trefflicher Mann in die Welt! Ein braver,hochherziger Mann von altdeutschem Schrot und Korn.Die Geburtstage solcher Männer muß man mit dem hei-tersten Gesichte feiern; denn dieser edle Schlag von Men-schen wird immer seltner auf Erden."

So fuhr sic während des Ankleidens fort, das Lob ih-res Bruders, des Herrn von Tann Hof, zu preisen, undbetrieb dann mit freudiger Thätigkeit die Anstalten desbisher vor ihm geheim gehaltenen Festes. Sic durcheiltedas Haus, ließ fegcu und räuchern, die Staatslivree an-ziehen und den Hunden die sammtenen, mit dem Geschlechts-Wappen verzierten Halsbänder anlegcn. Um sechs Uhr,da Herr von Tannhof gewöhnlich aufstand, lauschte sie ander Thür seines Schlafzimmers, und er regte sich kaum,so begrüßten ihn auf ein von ihr gegebenes Zeichen imSchloßhofe zwei Böller, die wirklich nur bellten, nicht