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2 (1847) Thomas von Pampel. Unterhaltungen für müßige Stunden
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der rothcn Eule unbeschränkten Kredit, könne auch allenfallsvon seinem Freunde Leisegang ein Darlehen erhalten, undLberdicß würden die Apanagegeldcr vom Hofe bald ausge-sctzt und bezahlt werde» und allen Bekümmernisse» einfröhliches Ende mache».

ES war Abends sechs Uhr, als sic vor der rothcn Euleabsticgen. Der Doktor schickte sogleich den Hausknecht zudem vorsichtigen Provisor, ließ ihm seine glückliche Ankunftmelden und ihn ersuchen, sich möglichst bald im Gasthofecinznfindcn, wo er Gelegenheit haben werde, eine neue,höchst anziehende Bekanntschaft zu machen. Nach Verlaufeiner halben Stunde war Herr Lciscgang schon da, bcthcnertcaber auch, er habe sein gewöhnliches, festgesetztes Schritt-maß beträchtlich erweitert, um der Umarmung seines wcr-thcn Freundes ohne langen Verzug thcilhastig zu werden.Er hatte, ungeachtet der Himmel ganz wolkenfrei war,einen seidenen, mit einem Futterale von Leinwand überzo-genen Regenschirm unter dem Arme, und ließ sich, derdamals herrschenden Hnndstaghitzc zum Trotz, einen Unge-heuern Glockenmantel von Doppcltnch Nachträgen, um sichbeim Nachhauscgchc» nicht zu erkälten. Es schien, als hätteer sich auf ein nächtliches Bacchnsfcst eingerichtet, und csward auch wirklich eine Flasche des guten Würzburgers,der ihm acht Tage vorher so trefflich geschmeckt und ihn soüberaus offenherzig gemacht hatte, sogleich aufgctragen.

Der Doetor, auf dessen Befehl und Rechnung dicß ge-schah, nöthigtc unablässig, wie ein gastfreier Krähwinkler,zum Trinken und beobachtete immer zugleich des Provisorsaschcnfarbcne Wangen, auf welchen er je eher je lieberdas heitere Morgcnroth der Zecher aufgchc» zu sehen wünschte,weil er den junge» Schnciderprinzcn, den er indessen ineine Ncbcnkammcr verwiesen hatte, nicht früher verstellen