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als sie über einen alten Schlafrock im heftigsten Zankebegriffen waren. Kiesling und sein Secundant behaupte-ten : der Schlafrock scp ein Stück des Hcergeräthes undgebühre daher dem männlichen Erben. „Was ist Heer-geräth?" versetzte Ulrikens Partisan. „Es ist dieKriegsrllstung des Mannes, samint allem andern Gc-räthe, das im Kriege und zu dessen Führung erfordert wird.Also paßt der Schlafrock nicht in dieses Fach; denn derSoldat braucht keinen. Es mag zwar wohl in vorigenZeiten mancher alte General dantit versehen gewesen sepnund sich auch besser, als in den Harnisch, darein geschickthaben; doch solche Ausnahmen von der Regel können hiernicht entscheiden."
Trotz dieser vernünftigen Vorstellung bestand die Gegen-partei auf ihrem Kopfe, uud Kiesling wollte sich in denBesitz des streitigen Kleinods mit Gewalt setzen. Er warfes auf den Platz, wo er seine schon abgetheiltcn Erbstückeaufgehäust hatte. Ulrike zog es wieder nach ihrem Ge-biete hin. Jener ließ die Beute nicht fahren; und so stan-den sie mit grimmigen Gesichtern und funkelnden Augeneinander gegenüber, und zerrten und zogen an dem mür-ben Schlafrock so lange, bis er in der Mitte von einanderriß und Beide, mit einer Hälfte in der Hand, rücklingszu Boden fielen.
Die Rechtsgclehrten brachen unaufhaltsam in ein Ge-lächter aus und jeder von ihnen half seiner Partei wiederauf die Füße. „Lassen Sie mich einen Vorschlag zur Gütethnn!" sagte der Eine. „Friede nährt, Unfriede verzehrt!Davon sehen wir an diesem unglücklichen Schlafrock eintrauriges Beispiel. Wie wär' es daher, wenn Sie durcheine zärtliche Vereinigung aller Fehde ein Ende machten?Sie sind beide noch »»vermählt, sind beide weder zu jung,