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Er liebte mich: doch meine jungfräuliche Strenge-"
Kiesling fiel ihr mit einem schmetternden Gelächter insWort und benahm ihr damit die Lust, ihr Hirngespinstweiter zu entwickeln.
Arnolds stiller und sittlicher Lebenswandel begünstigteden milden Glauben, dag er zufällig im Wasser verunglücktsep. Die Obrigkeit und die Geistlichen fanden daher keinBedenken, eine feierliche Beerdigung zu gestatten. Ulrikeveranstaltete sie mit verschwenderischem Pomp und bestelltebei dem berühmtesten Bildhauer des Orts einen prächtigenLcichcnstcin. Der geizige Miterbe regte sich nicht weiterdagegen, weil sic großmüthig erklärt hatte, die Kosten derBestattung und des Grabmahls allein zu bestreiten.
Das konnte sie denn auch leicht. Arnolds hintcrlasscncsVermögen betrug wenigstens fünfzig tausend Thalcr. Esward anfangs mit gerichtlichem Siegel belegt; da aberKiesling und Ulrike ihr gemeinschaftliches Erbrecht erwiesenund ihnen kein anderer Anspruch in den Weg trat, soließ man ihnen bald freie Hand, sich in de» Nachlaß zuthcilcn.
Hierzu rüsteten sic sich wie zu einer Gerichtsfchdc. Kies-ling erkor den streitbarsten Advokaten der Stadt zu seinemKampfgchülfcn, und Ulrike, die gegen eine» solchen Heldennicht allein bestehen zu können glaubte, wählte sich einenandern, der ebenfalls ein berühmtes Mnndschwcrt besaß.Mit diesen Bundesgenossen begaben sie sich ans den Kampf-platz im Hanse des Erblassers und führten über jedes ein-zelne Stück des Hansgcräths und Klcidcrvorraths einenhitzigen Zungcnkricg. Sie stritten vom Morgen bis in dieNacht, und hatten sich noch kaum über den dritten Thcilder Gegenstände auscinandcrgcsctzt.
Der Nachtwächter verkündigte eben die zehnte Stunde,