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2 (1847) Thomas von Pampel. Unterhaltungen für müßige Stunden
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Herr Arnold. Man sah ihn weder am Fenster noch aufder Straße, und seine Hausthür war fest verschlossen. DieNachbarn, denen er, da er täglich Punkt zwölf Uhr aus-ging, als Sonncnzcigcr und Mittagsglockc gedient hatte,vermißten ihn mit Verwunderung. Es ward viel darübergesprochen. Ulrike und Kiesling erfuhren cs und machtensich eilig auf die Beine, um sich von der Wahrheit desGerüchts zu überzeugen.

Sie klopften zu verschiedenen Tageszeiten an die Pforteder Einsiedelei, aber Niemand that ihnen ans. Was soll-ten sic denken? Bei jedem Andern konnte man sich vor-stcllcn, daß er eine Reise unternommen habe; aber Ar-nolds, des menschenscheuen und bequemen Arnolds eiserneLcbensgewohnheit ließ diesen Gedanke» nicht anfkommcn.Eher mußte man glauben, daß er plötzlich in seiner Woh-nung gestorben scp. Diese Vcrmnthnng ward immer wahr-scheinlicher und bewog die Verwandte», das Haus gericht-lich öffnen zu lassen. Man fand die Zimmer in der zier-lichsten Ordnung, aber keinen entseelten Leichnam, wie mauerwartet hatte.

Kurz darauf, am ersten Ostertage, saßen Kiesling undUlrike beisammen und genossen, unter langweiligen Ge-sprächen über den so räthsclhast verschwundenen Drittmann,das übliche Festmahl. Da kam ein eilender Unglücksbotemit der Nachricht: cs scy am Ufer des Stroms ein todtcrKörper angcschwommcn, der allgemein für Arnolds Leichegehalten werde.

Ulrike hatte sofort eine schickliche Ohnmacht bei der Hand.Herr Kiesling hinderte sic nicht im geringsten, diese Förm-lichkeit zu beobachten. Er zog gelassen seine Sckireibtafclaus der Tasche und berechnete mit der größten Gcmüths-ruhe den auf ihn fallenden Anthcil der Erbschaft. Indes-