eines Hoffischers erhalten, war aber über diese StandcS-crhöhung völlig zum Narren geworden.
Der gefällige Tod versetzte ihn, nach einer kurzen unlu-fiigen Ehe, in de» fröhlichsten Wittwcrstand und in denBesitz einer nicht unbedeutenden Erbschaft. Kurz nachhermachte er eine Ncise in sein Vatcrdorf, um sich dort imGlanze eines städtischen Modchcrrn dem staunenden Volkezu zeigen. Er trug goldene Ohrringe, blinzelte durch eineBrille, und eine große englische Dogge ging ihm überallauf der Ferse nach. Gegen seinen Vater und alle andereBewohner seines Geburtsortes betrug er sich frech, nase-weis und hoffärtig; dagegen rühmte er sich eines vertrau-ten Umgangs mit Standcspersonen der Hauptstadt, und sprachvon ihnen nicht anders, als wären cs seine Dutzbrüdcr.Der alte Lcuthold, dem das windige Wesen seines Soh-nes im höchsten Grade mißfiel, zuckte bei dessen Aufschnei-dereien die Achsel und seufzte den biblischen Spruch: „Sojemand sich läffet dünken, er sep etwas, so er doch nichtsist, der betrüget sich selbst." —
Philipp sah Margarethen, sie gefiel seinen bebrillten Au-gen, und in der nächsten Stunde warb er bei ihrem Va-ter um sic. Herr Zander besann sich keinen Augenblick,dem wichtigen Manne, der Vermögen und einen Hoftitclbesaß, sein Jawort zu geben. Vergebens warf sich Mar-garethe vor ihm auf die Knie und bat weinend, ihremwiderstrebenden Herzen keine Gewalt anzuthun. Er stießsic mit rauhen Worten von sich, und bestimmte im Ein-vcrständniß mit dem unzarten Bräutigam den Vcrlo-bungstag.
Welcher Schrecken für den armen Wilhelm, als Philippnach Hause kam und sich deß über ihn erhaltenen Siegesmit schnöden Worten rühmte! Dem Unglücklichen war sein