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2 (1847) Thomas von Pampel. Unterhaltungen für müßige Stunden
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Es war aber, »ach Oheim Rohrdommels Meinung,ein höchst unkluges Beginnen, wenn man sich verliebte.Er, ei» erklärter Weiberfeind, behauptete: ein Mann, derglücklich leben wolle, müsse nicht hcirathcn, wenigstens nichtvor dem sechzigsten Jahre, damit ihn der Tod bald wiederans den Foltcrbanden der Ehe befreie. Diesen Grundsatzpredigte er seinem Neffen fast täglich, und der junge Menschmußte, wenn er einen gnädigen und freigebigen Oheimbehalten wollte, die Miene annchmcn, als scp er mit ihmüber diesen Punkt völlig einverstanden.

Herr Rohrdommel war ein kleines, eingedorrtes, aberüberaus hitziges Männlein, das von Leuten, die einigenGenuß von ihm hatten, durchaus keinen Widerspruch litt.Wagten solche Vasallen seines Reichthnms gegen ihn denbescheidensten Einwand, so strampelte er, wie besessen, mitHänden und Füßen, kollerte wie ein Truthahn, und sprangwohl gar, gleich einer wilden Katze, dem Gegner nachdem Gesichte. Ucbrigcns war er bieder und gut, liebteseinen Neffen ungemein, und wäre für ihn durch ein Feuergelaufen. Nur in der gegenwärtigen Licbcssache ließ sichvon ihm weder Rath noch Beistand erwarten. Sic mußteim Gegcntheil sorgfältig vor ihm verheimlichet werden,weil er sonst wahrscheinlich mit dem Vormunde, den er seitlanger Zeit kannte, ein gefährliches Schutz- und Truß-bündniß errichtet hätte.

So stand Eduard ganz verlasse», und cs war ihm so-gar alle Gelegenheit zu einem Briefwechsel mit Julienabgcschnittcn. Des Vormunds Haus, das er allein be-wohnte, glich einer unüberwindlichen Festung. Es ver-gingen oft mehrere Tage, ohne daß die dreifach verschlos-sene und verriegelte Thür ein einziges Mal um ihre An-geln bewegt wurde. Klingelte jemand, so steckte ein alter,