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Olf starrte bald den Vcrläumdcr, bald das Bild an,und fand selbst, daß die gemalte Buhlerin der schuldlosenAdelgunde sehr ähnlich sah. Er gcricth in Wuth, mißhan-delte sic grausam, hielt sic acht Tage lang bei Wasser undBrod i» einem Thurmc gefangen, und stieß sie endlich, weilDionysius täglich Ocl ins Feuer goß, aus dem Hanse.Sic floh, gesegneten Leibes, zu ihren Verwandten; aberdiese nahmen sic nicht auf, sondern versagten den Bc-theucrungcn ihrer Unschuld Gehör uud Glauben, um ihrerweitern Ernährung übcrhobcn zu seyn. Verlassen irrte sieumher, bis ihr ein mitleidiger Bauer, ein Unterthan ihrestyrannischen Gemahls, ein Obdach in seiner Hütte gab,wo sie bald darauf eines Knäbleins gcnaß.
Lustig zogen nun die Mönche wieder beim Ritter einund setzten die abgebrochenen Erbschaftsuntcrhandlungenfort. Er war und blieb aber der alte Starrkopf, der seineWorte auf Schrauben stellte, und sich auf keine Weise zuschriftlicher Errichtung eines letzten Willens bewegen ließ.
Nach einiger Zeit ward er gefährlich krank. Er fühlte,daß der Tod im Anzuge war. Die Klostcrherrn spanntenalle Segel auf, um in den Hafen der Erbschaft cinzulau-scn; aber sic scheiterten auch jetzt an der Klippe des nei-dischen Sinnes, der ihnen so wenig als andern Menschenetwas gönnte.
„Ich bin entschlossen, die Verfügung über mein zeitlichesVermögen dem Himmel anheim zu stellen;" sagte derKranke, als ihn seine zunehmende Schwachheit aller Le-benshoffnung beraubte. „Ich will einen SchcnkungSbricf,an einen Pfeil gebunden, in die Lust schießen, und zu wemihn die unsichtbaren Hände der Vorsehung leiten, der scymein Erbe!" —
Dieser abenteuerliche Einfall erweckte großen Verdruß