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und an Schönheit und Herzensgute ein Stern ihres Ge-schlechts. Ihr ahnte, daß sic als Olfs Gattin nicht glück-lich seyn würde; doch, von ihrer Sippschaft überredet undgezwungen, ergab sic sich dem lieblosen Manne, und fügtesich mit solcher Geduld und Geschicklichkeit in seine Launen,daß er mit ihr vollkommen zufrieden war.
Desto unzufriedener war ein nahes Kloster, dessen Abtund Mönche bis zur Vermählung des Ritters der Hoff-nung lebten, ihn zu beerben. In dieser Absicht hatten sicsich bei ihm cingcnistet, und ängsteten ihn mit furchtbaren,sinnlichen Schilderungen der Hölle. Sie stellten ihm dieGestalten der Teufel und die Qualen der Verdammten sogenau und lebendig dar, als wäre» sie selbst durch dieseSchule gegangen. Olf, der alles glaubte, was ihm diegeistlichen Schreckcnsmanncr sagten, ersuchte sic dringend,fleißig für ihn zu beten, damit er dereinst i» den Hinnnclgelange. Sie erklärten aber frcimüthig: das werde schwerhalten, denn er habe sich noch keine Verdienste um dieKirche erworben, und das scp einzig und allein der rechteSchlüssel des Paradieses. Doch lasse sich — setzten sic tröst-lich hinzu — das Versäumte noch nachholcn. Er dürfenur sein zeitliches Vermögen, das er doch nicht mit insGrab nehmen könne, ihrem armen Kloster vermachen, undder heilige Petrus werde ihn daun mit der größten Be-reitwilligkeit in die Wohnung der Selige» cinführcu.
Das klang dem Ritter gar lieblich, und er schien nichtabgeneigt, mit seiner irdischen Habe den himmlischen Frei-brief zu lösen. Wenn aber die Erbschleicher darüber Schwarzauf Weiß verlangten, so erhielten sie immer die kahle Ant-wort i kommt Zeit, kommt Rath!
Nach seiner Vermählung war vollends nichts mit ihmanznfangcn. Er fürchtete sich jetzt, da er immer einen gu-