III.
Der Pfeil.
Legende.
Nittcr Ols, der eine Burg mit trefflichen Ländereiennn dem Strande der Weser besaß, war von Jugend aufund immerdar ein finsterer, schclsüchtigcr Mensch. Es är-gerte ihn, daß er der Sonne nicht verbieten konnte, auffremde Fluren zu scheinen. Er gönnte sich selbst wedereinem Freunde noch einem Weibe. Ungesellig und »nver-mähU lebte er bis in sein fünfzigstes Jahr.
Das einzige, was er gern verschenkt hätte, waren dieGebrechen des Alters, die sich allmählig bei ihm einstell-kcn. Jetzt wünschte er sich eine Hausfrau, die seinpflege und warte, und ihm zugleich eine schöne Mitgiftzubringc. Er suchte nach einer reichen Braut weit umher;doch eben so weit, als er warb, war der Ruf seiner rau-hen Gcmüthsart erschollen, und in allen Ritterburgen, wobegüterte Jungfrauen wohnten, lehnte man seinen Antragglimpflich ab. Er richtete nun sein Augenmerk ans einarmes, ältcruloses Fräulein, das bei Verwandten das Gna-denbrot» aß. Adelgunde war erst siebzehn Jahre alt