„Kerl, Ihr ftpd toll!" brüllte Tobias, und packte ihn ander Brust.
„Ja, er ist fort!" sagte der Frohn. „Das wird nuneinmal nicht anders, wenn mich auch Ew. Hochedeln zer-reißen und verschlingen. Ich ging diesen Morgen in seindreifach verschlossenes Gefängniß, um ihn zur Tortur zuwecken; aber das Nest war leer, und auf der Bank lagdieser Zettel."
Hastig griff der Burgemeister nach dem beschriebenenBlättchen und las:
„Lebt wobt, .Herr Cvnsul! Ich reise von hier.
Verzeiht, das; ich deß mich erkühne.
2ch bin ein BiSchen klüger «U6 Ihr;
Das ist der Teufet, dem ich diene!"
„Impertinent!" brummte Tobias. Das Blut kochte inseinen Avcrn. „Margarethe!" rief er zur Thür hinaus:„Sagt Kunigunden, sie soll mir die Schachtel mit nieder-schlagendem Pulver schicken." — De» Häscher fuhr er an:„Schert Euch zum Stadtschrcibcr!" — Dann warf er sichauf einen Stuhl, las die Abschicdskarte nochmals durchund zerriß sic.
„Ach, daß sich Gott erbarme!" heulte setzt Margaretheherein. „Um Gottcswillen, Herr Burgemeister, erschre-cken Sie nicht! Jungfer Kunigunde ist über alle Berge!Das Bett steht da, wie ich es gestern gemacht habe, undder Klcidcrschrank ist offen und leer." —
Tobias starrte sie an: die Lippen wurden ihm blau; erfiel in Ohnmacht. Margarethe kreischte zum Fenster hin-aus um Hülfe. Es fehlte nicht an Beistand; denn dasganze Städtchen war schon in Bewegung, um den Jnqui-sitcn zur Martcrkammcr führen zu sehen. Man schrie dem
LnngbKtt's sämnill. Schr. VI. Dd. Ist