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Gefangene keine Noch. Er besaß überdicß eine reichlichgefüllte, den Schnapphähnen der Gerechtigkeit entgangeneGoldbörsc, durch die er sich alle nur mögliche Freiheitenund Bequemlichkeiten verschaffte.
Nach fünf oder sechs Wochen lief von dem Schöppen-stuhl zu N. N. ein hartes Urthcil ein, das dem Jnquisitcndie beiden ersten Grade der Folter zuerkannte. Es wardihm vorgclescn, und man ermahnte ihn beweglich, sich ohneMarter» zum Gcständniß zn bequemen. Er aber sagte mitGleichmut!-: man möge de» Scharfrichter nur kommenlassen; er wolle doch sehn, ob Meister Hämmerling oderdie Wahrheit den Sieg davon tragen werde.
I» Zicgcnberg wohnte kein solcher Schrcckcnsmann; csmußte einer sechs Meilen weit Herberusen werden. Erkam mit Knechten, mit Daumenschrauben und andern furcht-bare» Geburtszange» der Wahrheit, die er zum Thcil,nach geheimer Vorschrift des Schöppensprnchs, in der Fol-terkammer nur drohend vorzeigen sollte, um Angst zu er-wecken. Der Magistrat gab ihm eine Audienz. Die sechsteMorgenstunde des folgenden Tages ward zur Folterungbestimmt. Herr Tobias ging mit den Hühnern zn Neste,um recht früh, ohne Verkürzung seiner gewöhnlichen Ruhe-zeit, ans dem Platze zu scpn.
Das erste Hahncngcschrei weckte ihn auf. Er rieb sichden Schlaf aus den Augen, und lernte noch im Bett eineRede auswendig, die er in der Folterkammer halten wollte.Herr Fidibus hatte sie entworfen und aus schwülstigenWorten zusammengesetzt, die dem alten Grützkopf, der nurZahlen zu merken gewohnt war, schwer cingingcn.
Als er sich noch damit quälte, ward die Hausglockeheftig gezogen. Bald darauf klopfte die Köchin an seineThür und meldete durchs Schlüsselloch: der Rathsfrohn