laut; ma» glaubte, nicht in der Kirche, sondern in einerGaukclbudc zu scyn. „O Dietrich! Dietrich!" ächzte To-bias, und Scham und Verzweiflung jagten ihn durch diegaffenden Reihen aus dem Tempel.
Er lief in den Hof seines Hauses, warf die Allongen-perückc die noch immer mit Fliegen bedeckt war, in eineWafscrkufe, und rannte mit kahlem Kopfe und einem grim-migen Löwcngcsichte i» seine Wohnstube. „Himmel! wasist Ihnen begegnet?" schrie Gundchcn und schlug die Händehoch zusammen. Er antwortete nicht, streckte sich in denSorgcstuhl und versank in tiefes Nachdenken.
Eine Stunde darauf erschien, aus der Kirche kommend,der gesammtc Magistrat, nebst seinem gelehrten Anhänge,dem Stadtschrcibcr Fidibus. Es ward eine lange Cou-fercuz bei verschlossenen Thiircn gehalten. Nach Endigungderselben begab sich der Senat hinweg; aber de» Schrei-ber zupfte Herr Tobias traulich am Acrmcl, führte ihnin den Kramladen, schob ihm in die rechte Tasche ein PfundTabak, und in die linke eine Flasche Branntwein; denn beideGenüsse waren des Herrn Fidibus Himmel auf Erden.Er trieb auch seine Dankbarkeit so weit, daß er seinemWohlthater die Hand küßte. „O, nicht doch, Männchen!"sagte Tobias, als cs mit dieser Weigerung zu spät war.„Aber ich bitte Dich," — setzte er mit Wangcustrcichclnhinzu — „thu in der bewußten Sache Dein Bestes!" —Herr Fidibus schlug bcthcucrnd an seine Brust und schwänztemit der angenehmen Bürde fröhlich nach Hause.
Nachmittags wollte Kunigunde, um dem mürrischen Oheimaus den Augen zu kommen, in die Kirche gehen und nach-her eine Freundin besuchen; allein er belegte sic mit Haus-arrest, unter dem scheinbaren Vorwände: cs scp ihm nicht