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2 (1847) Thomas von Pampel. Unterhaltungen für müßige Stunden
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ihm gerichtet waren, auf des hochweiscn Raths Betstübchcngeheftet. Er wandte die seinigen auch dahin, erblickte daswunderbare Gewimmel auf dem Haupte des Burgcmeistcrs,und geriet!) darüber i» eine solche Zerstreuung, daß erfünf Minute» hustete, stammelte, und dann den Vorhofder Predigt eilig schloß, um sich während des Kanzclliedcszu fassen.

Da Ziegcnberg meistens von Ackerbürgern bewohnt wurdeund die Erndte nahe war, so hatte der Herr Pastor einpaar Verse gewählt, die sich auf den Feldbau bezogen. Eskamen darin die Worte vor:

»Heuschrecken unv andres Geziefer

Sind Nnlhen deines Zorns."

Diese Stelle war Wasser ans die Mühle der Frau Accisc-Jnspectoriu Krallfingcr, die in der Kirche dem hoch-edlen Nathe gegenüber thronte, und den Bnrgemcistertödtlich haßte, weil er gegen ihren Ehchcrrn einen Rang-streit erhoben hatte. Sie krähte jene Worte so laut alsmöglich, um dem Feinde zu verstehen zu geben, daß seinePcrückenplagc eine göttliche Strafruthc sey. Indem sieaber in dieser christlichen Absicht das weite Thor ihreszahnlosen Mundes von Ohr zu Ohr aufriß, stürzten sichfünf oder sechs Fliegen hinein, die zu der großen, vondem Fächerschwingcr eben hart gedrängten und verspreng-ten Bande gehörten. Frau Krallfingcr sprudelte, kotzteund stöhnte, als wollte sie ersticken. Zwei Gevatterinnenwackelten mitten durch die Kirche hindurch ihr zu Hülfe,klopften ihr den Rücken, schnürten sic auf, führten sie fort,und belferten scheltend in den Rathsstuhl hinein. Die ganzeGemeinde fuhr mit langen Hälsen von ihren Sitzen empor,Gesang und Orgel verstummten; ungehobeltes Volk lachte