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2 (1847) Thomas von Pampel. Unterhaltungen für müßige Stunden
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löblichc Sitten verletzte. Er that zwar jetzt das Aeußerste,indem er einige Mal den Blumenstrauß, den er steif vorsich her trug, etwas höher, als schicklich war, cmporhob,um Schrecken auf seiner Scheitel zu verbreiten; allein dasfruchtete so wenig, als wenn man ungezogenen Kinderndie Nuthc zeigt, die sie nimmer zu fühlen bekommen. DiePerücke ward also immer stärker bevölkert, und er trugdie zahlreiche Colonic iu die Kirche hinein.

Die Fliegen des Gotteshauses sahen den Einzug ihrerSchwestern, stellten sich vor, cs müsse dort Zucker zu leckenscpn, und blitzschnell versammelten sic sich aus allen Win-keln auf der Haarhaube des Consuls. Sic, die sonst mitdem frisch gefallenen Schnee wetteiferte, schien jetzt, als erdas Schiff der Kirche langsam durchschritte» hatte und imNathöstuhl ankam, mit Nuß gepudert; so dicht saßen dar-auf die schwarzgraue» Gäste beisammen. Der geräuschvolleehrerbietige Aufstand der schon gegenwärtigen Magistrats-Personen verscheuchte sie einen Augcnbilck; aber mit zorni-gem Brummen nahmen sic sogleich ihren Platz wieder ein.Die Vornehmen des Raths, besonders ihre alten Gemah-linnen, kreuzten und segneten sich. Einige der letzter» be-deckten ihr faltiges Gesicht mit dem Fächer, um dahinterzu lachen. Als aber das Nebel immer ärger wurde, nahmein entschlossener Rathshcrr seiner Eva das Feigenblatt derSchadenfreude aus der Hand, stellte sich damit hinter denRegenten und wedelte ans allen Kräften, um die schwarzeLegion zum Weichen zu bringen. Sie wich, dnrchschwcisteeinige Sccunden lang die nächsten Kirchstühlc, kam hastigzurück, und ward auf's neue in die Flucht geschlagen. Sodauerte die Ebbe und Fluth des Flicgcnmecrcs unablässigfort, bis der Pfarrer die Kanzel bestieg.

Mit Verwunderung sah er Mer Augen, die sonst nach