»K 199
Diescn hämischen Vorsatz begünstigte einiger Maßender Zufall, welcher den Doctor Eula lins, einen frechenMarktschreier, der ursprünglich Eule hieß, auf der Reisezum Jahrmärkte durch das Dorf führte, wo Spitzkopf seineResidenz als Lehn - und Gerichtshcrr aufgcschlagen hatte.Er ließ ihn aus dem Wirthshause zu sich einladcn undfragte ihn, ob er de» Doctor Schnurrpfcifer, den ehemaligenHarlekin des berühmten Kaltcrfcllo, kenne. Eulalius sagteNein. Das war dem Hofrath nicht erwünscht; dennochverabredete er mit dem Quacksalber einen Schelmstreich,dessen Ausführung das nächste Kapitel enthalten wird.
Wegen des Finkenritters traf er Abrede mit einem ver-schmitzten Juden, der sich in einem nahen Städtchen auf-hiclt, und immer auf den Beinen war, um mit den nach-barlichen Landbewohnern Handels - und Wuchergeschäfte zumachen.
Aber die stärksten Bolzen wurden gegen den dicken Manngedreht, weil er, von Lottchens Aeltern begünstiget, un-streitig die beste Aussicht hatte, den Sieg über seine Ne-benbuhler davon zu tragen. Er sollte deshalb ganz abge-schrcckt werden, zum Jahrmärkte zu reisen; und gelängedas nicht, so wußte man schon Mittel und Wege, ihn dortin lustige Verlegenheiten zu bringen.
Der abergläubige Schacher hielt es für das Anzeicheneines unglücklichen Tages, wenn ihm des Morgens beimAusreiten ein altes Weib mit einem Spinnrocken begegneteoder über den Weg schritt. Er kehrte dann sogleich um,und blieb voll Erwartung der Dinge, die da kommen soll-ten, in seinen vier Pfählen. Das wissend, beschloß derHofrath, die Gestalt einer solchen Unglücksspinncrin anzu-nchmcn und die feige Memme in's Bockshorn zu jagen.Er verließ sich darauf, daß Rammel, der ihn nur einige
1